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EXPO2000 - Hannover
Die Weltausstellung vom 1. Juni bis 31. Oktober 2000
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Presseberichte

Neue Presse, 20.04.01

Was wird mit Expo-Erbe?

Es ist fraglich, ob künftig wieder Besucher auf die Postbox dürfen und der nepalesischen Pavillon droht zu verrotten.

Allerdings: Die große Erinnerungsparty am 1. Juni ist gesichert.

In Wiesent bei Regensburg will sich Millionär Heribert Wirth (63) den Nepal-Pavillon als Gartenhäuschen ins Landschaftsschutzgebiet stellen. Dazu sollten auch Wirtschaftsgebäude kommen. Die Bezirksregierung hat den Bau jetzt verboten. Ein Kreistagsabgeordneter erstattete Strafanzeige. Die feuchten Holzteile des Pavillons modern weiter in Containern vor sich hin.

Postbox: Noch in diesem Jahr sollen 25 Postangestellte aus Verwaltung und Marketing hier einziehen. Ob Expo-Fans wieder auf den "größten Briefkasten der Welt" dürfen ist unklar. Post-Sprecher Egbert Kuhn (40): "Das wird sich zeigen..."

Aber die Planungen für den 1. Juni, den Tag der großen Expo-Party, werden konkret: Die Erinnerungsfeier beginnt mit einem Empfang von Landesregierung und Nord/LB im Nord/LB-Forum auf dem Messegelände. Dort wird auch eine Videokassette mit den schönsten Weltausstellungs-Highlights präsentiert.

Um 17 Uhr startet dann die große NDR 2- Party auf der Plaza. Zwar wird die Girl-Group "No Angels" nicht dabei sein, doch der NDR verspricht eine tolle Feier - so wie sie tausende Besucher schon während der Expo erlebt haben.

Der Eintritt für die Revival-Party, die auch viele Attraktionen auf dem Ostgelände bieten wird, beträgt zehn Mark.
onl, HANNOVER


Fränkischer Tag, 20.04.01

Wiederaufbau droht zu scheitern

Streit um Baupläne:
Expo-Tempel liegt immer noch zerlegt im Regensburger Hafen
REGENSBURG.
Rund vier Jahre lang haben 800 nepalesische Schnitzerfamilien einen Prachttempel für die letztjährige Expo in Hannover gestaltet, doch jetzt droht der Besuchermagnet der Weltausstellung im Regensburger Hafen zu verrotten.
Der Unternehmer Heribert Wirth hatte den "Tempel der Ruhe" gekauft. Er will das Bauwerk an den Donauhängen bei Wiesent in der Nähe der Walhalla wieder aufstellen.
Doch zwischen dem Geschäftsmann und den Behörden gibt es seit Wochen ein Tauziehen um die Baugenehmigung. Deshalb droht der Traum des 62-Jährigen zu platzen. Der Eigentümer kündigte am Donnerstag den Verkauf des handgeschnitzten Kunstwerks an, sollte er in den nächsten zehn Tagen keine Baugenehmigung erhalten. "Der Tempel ist so begehrt, er wird bestimmt einen Platz finden", sagte Wirth.
Seit Februar liegen die Einzelteile des 40 mal 40 Meter großen und 23 Meter hohen Tempels in 13 Containern und auf einem Lastwagen im Regensburger Hafen. Heribert Wirth befürchtet nun, dass der Tempel auf Grund von Pilzbefall verrottet. Der Pavillon war zuvor in Hannover bei Regen abgebaut und luftdicht verpackt worden. "Ich kann nicht verantworten, ein Weltkunstwerk zu gefährden", sagt Wirth.
"Die ältesten und schönsten Elemente nepalesischer Tempelbauten wurden hier in einem Prachtstück zusammengefügt", sagt der Geschäftsmann. Buddhismus und Hinduismus würden hier in einem Gebäude vereinigt. Das Bauwerk sei unwiederbringlich, da es aus 30 Jahre altem Sal-Holz geschnitzt sei. Diese besonders harte Holzart gebe es mittlerweile nicht mehr.
Obwohl bereits ein Bauvorbescheid vorliegt, kann derzeit noch keine Baugenehmigung erteilt werden. Grund für den Konflikt ist ein geplantes Wohngebäude neben dem Tempel. "In dem Landschaftsschutzgebiet gelten strenge baurechtliche Vorgaben", sagt ein Sprecher der Regierung der Oberpfalz. Noch am Donnerstag sollten die veränderten Pläne des Unternehmers bei der Behörde eingereicht werden.
Auf dem etwa 20 Hektar großen Areal will Wirth neben dem 480 Tonnen schweren Tempel ein technisches Gebäude sowie ein Wohn- und Gästehaus errichten. Dort will der 62-Jährige selbst einziehen. Das Projekt soll - ohne den Tempel - etwa vier Millionen Mark kosten. Den Preis des Pavillons will Wirth nicht nennen.
Die gesamte Anlage soll zu einer internationalen Begegnungsstätte für Menschen werden, die Notleidenden in der Dritten Welt helfen wollen. Geplant sind Seminare, Symposien und kulturelle Veranstaltungen. Zudem solle das Bauwerk "zu einer Brücke zwischen Nepal und Deutschland werden", sagt der Geschäftsmann. Für die Bevölkerung soll der Tempel regelmäßig geöffnet werden. Trotz der Streitereien hofft Wirth, dass sein Traum noch in Erfüllung geht. "Alles andere wäre eine Blamage für Wiesent, die Oberpfalz und Bayern", sagt er.



HAZ, 19.04.01

Der Osten blüht auf

Der ungarische Expo-Pavillon soll wieder aufblühen: Das Unternehmen Kurth Bau aus Letter will das Gebäude kaufen und an eine Werbeagentur vermieten. Zudem seien dort regelmäßige Veranstaltungen vorgesehen, sagte Inhaber Heinz-Bernd Kurth. Er rechnet damit, dass seine Firma in etwa vier Wochen mit den Ungarn handelseinig wird. Gerade frisch unterzeichnet sind die Verträge für den türkischen und den norwegischen Pavillon. Beide Nationen wollen in ihren Bauten Handelszentren errichten. Allerdings wird der norwegische Wasserfall - eine der Publikumsattraktionen der Expo - nicht wieder sprudeln. Mittlerweile ist die Zukunft von zehn Nationenpavillons auf dem Ostgelände gesichert. Frank Köllner, Geschäftsführer der für die Vermarktung der Flächen zuständigen Expo Grund GmbH, zeigte sich gestern bei einer Zwischenbilanz zufrieden: "Dieses Ergebnis kann sich sehen lassen."
Neben den Pavillons von Frankreich, Großbritannien, Schweden und China bleiben die Bauten von Finnland, Polen, Tschechien und die Postbox stehen. So gut wie sicher ist auch, dass der dänische und der belgische Pavillon sowie der Wal erhalten werden.
In mehrere der Bauten ziehen Unternehmen aus den Branchen Dienstleistung, Werbung und Informationstechnologie ein. Darum wird das ehemalige Expo-Ostgelände auch in "Expo Park Hannover" umbenannt. Rund 40 Millionen Mark habe der Verkauf der Grundstücke an der Plaza und auf dem Ostgelände bisher eingebracht, bilanzierte Köllner. Ziel sei es, diese Summe auf 60 bis 70 Millionen Mark zu erhöhen - etwa 50 000 Quadratmeter sind im "Expo Park" noch zu vermarkten.
Ungewiss bleibt weiterhin die Zukunft des Deutschen Pavillons und des
Planet M von Bertelsmann. Doch der größte Teil der Flächen an der Plaza ist vermarktet: Neben dem Radisson SAS Hotel und der Arena siedeln sich vor allem Firmen aus der Multimediabranche an. Dazu kommen Institute der Fachhochschule Hannover und der Hochschule für Musik und Theater sowie eine Multimedia-Berufsschule. Unterm Strich würden so mehr als 5000 Arbeitsplätze geschaffen, sagte Köllner.
jk, Hannover, 18.04.2001 19:03 Uhr


Neue Presse, 19.04.01

Das Expo-Erbe wächst

Für den Erhalt von zwei weiteren Nationen-Pavillons hat Frank Köllner, Geschäftsführer der Expo Grund GmbH, seit einigen Tagen die Verträge in der Tasche.

Die Türken wollen in ihrem Pavillon ein Kultur- und Handelszentrum einrichten. Das Tourismus-Ministerium verhandelt mit der türkischen Industrie- und Handelskammer über die Ansiedlung von Unternehmensvertretungen. Norwegen macht aus seinem Pavillon ein Kontaktzentrum für Unternehmen, die den deutschen und europäischen Markt im Visier haben. Im September soll Eröffnung sein.

Die Zahl der Pavillons, die garantiert bleiben, hat sich damit samt Postbox auf zehn erhöht: Dazu gehören Frankreich, England, Schweden, China, Finnland, Polen und Tschechien. Décathlon will seinen Sportartikelmarkt am 7. Juni mit einem Fest eröffnen.

Mindestens 14 könnten es werden. Die Gespräche über den Walfisch und die Pavillons von Dänemark, Belgien und Ungarn sind auf gutem Weg. Für Ungarns Holzschüssel hat die Firma Kurth-Bau ein Angebot abgegeben. Aber, so Köllner: "Ungarn besteht auf öffentlicher Ausschreibung."

Die Frist läuft bis zum 30. Juni. Dann muss über das Schicksal von fünf weiteren Bauten entschieden sein - darunter Yemen und Holland.

Die Expo Grund freut sich über jeden Pavillon, der erhalten bleibt. Aber, so Köllner gestern: "Das ist nur ein Teil unserer Aufgabe. Wir wollen hier einen lebhaften Gewerbepark für Firmen der Informations-Technologie entwickeln."

Mit den bisherigen Vermarktungs-Erfolg ist Expo Grund (Teilhaber sind die Stadt zu 53 und das Land zu 47 Prozent) sehr zufrieden. Bisheriger Erlös aus Grundstücksverkäufen: mehr als 40 Millionen Mark.

Die Timon-Bau zieht am Westrand des Geländes ein High-Tech-Center, die Vermögensberatung DVAG im Süden ein Schulungszentrum hoch. Von 160.000 Quadratmetern bebaubarer Fläche sind noch etwa 50.000 zu haben. Köllner rechnet mit Gesamteinnahmen von 60 bis 70 Millionen.

Reges Treiben herrscht schon im finnischen Pavillon. Drei hannoversche Medienunternehmer (Hartmut Zeissig, 46, Christian Bendig, 32, und Thomas Himstedt, 37) setzen in der "(F)INBOX" auf Messe- und Marketing-Service. Und auf Piroggen: Das Bistro ist auch für Besucher geöffnet.
VON MICHAEL KRISCHE, HANNOVER


Neue Osnabrücker Zeitung, 19.04.01

13 Expo-Pavillons an den Mann gebracht

Hannover (hab). Auf dem Expo-Gelände in Hannover regt sich neues Leben. In früheren Nationen-Pavillons, in den Häusern an der Plaza und in verschiedenen Neubauten sollen demnächst mindestens 5 000 Menschen Arbeit finden. Ab Herbst beziehen hier überdies mehrere tausend Schüler und Studenten hochmoderne Unterrichtsstätten.
Die für die Vermarktung des insgesamt 390 000 Quadratmeter großen Geländes zuständie Expo Grund GmbH zog am Mittwoch eine positive Zwischenbilanz. Geschäftsführer Frank Kellner machte deutlich, dass der Bereich der Plaza inzwischen vollständig vermarktet ist und auch das angrenzende Pavillon-Areal zu einem erheblichen Teil ,,an den Mann gebracht" wurde. Durch die Veräusserung von Parzellen habe man bislang Einnahmen von gut 40 Millionen DM erzielt.
Nach Angaben von Kellner bleiben mindestens 13 Nationen-Pavillons unter neuer Nutzung erhalten. In den letzten Tagen sei es gelungen, auch für die Häuser Norwegens und der Türkei eine Nachnutzung zu erreichen. Das türkische Gebäude werde als Kultur- und Handelszentrum vom Tourismus-Ministerium in Ankara hergerichtet; auch die Norweger wollen ihr ,,Expo-Haus" in ein Handels- und Veranstaltungszentrum umwandeln.
In mehreren Nationengebäuden sind inzwischen neue Nutzer eingezogen. Im deutschen Pavillon hat die von Niedersachsen und Bremen ins Leben gerufene Mediengesellschaft Nordmedia Einzug gehalten; es folgen das in Kooperation mit der Stanford University gegründete ,,Multimedia Learning Lab" und das amerikanische Unternehmen Cisco. Auch im finnischen Pavillon, das unter dem Namen ,,Finbox" zu einem Kompetenzzentrum für Messe- und Marketingservice umgestaltet wird, haben erste Firmen ihre Tätigkeit aufgenommen. Täglich geöffnet ist hier inzwischen auch bereits wieder das Bistro mit finnischen Spezialitäten wie Piroggen...
Im französischen Pavillon wird derzeit ein Sportartikel-Kaufhaus des Unternehmens Decathlon installiert. Es soll am 7. Juni eröffnen. Im China-Pavillon erfolgt derweil ein Umbau zum Handels- und Kulturzentrum. Hier werden sich Unternehmen präsentieren; in einem Teilbereich entsteht aber auch eine Klinik für angewandte chinesische Heilkunst. Dazu gibt es ein Tagungscenter und ein Restaurant.
Zum ,,Asia-Center" umgerüstet wird der polnische Pavillon. Eine neue Heimat finden darin die Präsentationen von Kambodscha, Vietnam und Laos während der Weltausstellung. Das Gebäude von Tschechien hat ein Kosmetik-Unternehmen erworben, das von hier aus seine Internet-Aktivitäten entfalten will.
Bei den Bauwerken von Großbritannien und Schweden ist zwar der Erhalt gesichert, aber die genaue Form der Nutzung noch offen. Bestehen bleiben soll auch der zum Expo-Wahrzeichen erkorene ,,Walfisch". Die Organisation World Vision will das Gebäude voraussichtlich für Veranstaltungszwecke nutzen. Ebenfalls weiterbetrieben wird die markante Postbox. So gut wie sicher ist nach Auskunft der Expo Grund GmbH zudem der Erhalt der Pavillons von Ungarn, Dänemark und Belgien. Verhandelt wird laut Geschäftsführer Kellner noch über die Weiternutzung der Gebäude von Monaco, Spanien, Litauen, Jemen und der Niederlande.
Als letzter Termin für den Abbau der nicht anderweitig genutzten Pavillons gilt der 30. Juni dieses Jahres. Zahlreiche Häuser sind inzwischen auch bereits von der Bildfläche verschwunden. An ihrer Stelle entstehen zum Teil neue Einrichtungen, so im westlichen Bereich (Jordanien etc.) eine 10 000 qm große ,,High-Tech-Meile" mit Firmen der Informations-Technologie (IT). Auf dem von der Mongolei genutzten Areal baut eine Vermögensanlage-Unternehmen ein Schulungscenter.
Gebaut wird auch an der Plaza. Auf dem Grundstück des ehemaligen Christus-Pavillons errichtet die Nileg ein Multi-Media-Haus. In das benachbarte Gebäude, in das frühere Europahaus und in einen Neubau an der einstigen Seilbahnstation zieht das Kurt-Schwitters-Forum als neue Medien- und Kunsthochschule ein. Der Komplex Multi Media und Informationstechnologie beherrscht auch die übrigen Gebäude an der Plaza. Zahlreiche Firmen und Akademien, eine Medienberufsschule und ein neuer Fernsehreisesender (TV Travel) von TUI haben sich hier angesiedelt.
Allein im Bereich der Plaza, so Kellner, dürften bald 1 500 Menschen Beschäftigung finden. Dazu zählen auch die Bediensteten der Preussag-Arena und des Radisson-Hotels. Das einzige Bauwerk, was hier noch nicht eine neue Nutzung gefunden hat, ist der Planet M von Bertelsmann. Aber auch hier hofft man ebenso auf eine kurzfristige Lösung wie bei den restlichen 50 000 Quadratmetern Nutzfläche im Expo-Park. ,,Er ist einer der derzeit attraktivsten Gewerbestandorte Deutschlands", betonte Kellner.


Die Welt, 19.04.01

Wiederaufbau des Nepal-Tempels der Expo noch unsicher

Regierung der Oberpfalz und das Landratsamt des Kreises Regensburg haben zugesagte Baugenehmigung bisher nicht erteilt

Von Dominik Ohlig

Wiesent - "Wenn es binnen der nächsten zwei Wochen keine Baugenehmigung gibt, wird der nepalesische Expo-Tempel in Zukunft nicht in der Oberpfalz stehen." Die Ankündigung des Regensburger Unternehmers Heribert Wirth, der das riesige Holzbauwerk nach der Weltausstellung gekauft hatte und nun in der Nähe der Walhalla mit einen Begegnungszentrum aufbauen will, ist eindeutig. Und eine unmissverständliche Botschaft an die Regierung der Oberpfalz und das Landratsamt des Kreises Regensburg. Denn die Verantwortlichen dort zögern noch, die endgültige Genehmigung für das von Wirth geplante Tempel-Konzept in einem Landschaftsschutzgebiet nahe der Kleinstadt Wiesent zu erteilen. "Dabei hatte ich im vergangenen Jahr bereits die Zusage für das Projekt in den Donauhängen", sagte der 63-Jährige am Mittwoch.
Das stimme zwar, heißt es aus den Amtsstuben. Allerdings erinnern sich die Beamten an eine andere Planung. "Es war die Rede von dem Tempel, der von zwei kleineren Wirtschafts- und Wohnhäusern flankiert werden sollte", erinnert sich Regierungsdirektor Maximilian Gollwitzer. Nun sei aber das Wohnhaus die Hauptsache. "Das steht nicht im Verhältnis." Doch Wirth hat bereits neue Pläne erstellen lassen, die er Donnerstagnachmittag mit seinen Architekten im Regierungspräsidium vorstellt. "Die beiden Gebäude werden dem monumentalen Holzkunstwerk andienen", erklärt Wirth, der künftig auch an dem Tempel wohnen will.
Nach Angaben des Unternehmers soll das Ensemble eine Begegnungsstätte werden, in der sich Menschen treffen, die Notleidenden der Dritten Welt helfen wollen. Zudem wolle Wirth den Tempel und die Gebäude als Seminarmöglichkeit vermieten. Der Gewinn solle komplett in die 1986 von ihm gegründete Stiftung "Wasser für die Welt" fließen, die sich um Hilfsprojekte kümmert. Auch für Besucher und Einheimische werde der Tempel regelmäßig offen stehen, kündigte der Bauherr an. "Es sollen alle etwas von diesem einmaligen Kunstwerk haben."
Zurzeit lagert der Holzbau in 13 Containern im Regensburger Hafen. Spezialisten aus Nepal warten auf Abruf, um den 29 Meter hohen und 40 Meter langen Tempel wieder zusammen zu bauen, an dem 800 Holzschnitzerfamilien vier Jahre gearbeitet hatten. Wirth, der das ganze Projekt aus privaten Mitteln finanziert, hatte vor den Städten Hamburg und Gelsenkirchen und dem Hollywood-Star Richard Gere den Zuschlag für den Tempel bekommen.


NP, 14.04.01

Die Expo - ein teurer Spaß, aber der Spaß geht weiter

Runde 2,2 Milliarden Mark Miese, acht tiefrote Nullen statt einer schwarzen Null - so beziffern die Konkursverwalter das Expo-Defizit. Nach dieser Lesart ist die Weltausstellung in Hannover ein höllisch teurer Spaß gewesen.

So teuer und so defizitär, dass der Spaßfaktor dieser Expo in Vergessenheit zu geraten droht. Auf die kurze, heftige Schuldendiskussion im Spätherbst folgten ein trüber Winter und das zähe Ringen ums Expo-Erbe. Die Geschenke der Gastgeberländer in einer U-Bahnstation verstecken, die Pavillons zum Parkplatz planieren, Expo in Messe umbenennen - der Weg zu einer unsichtbaren Weltausstellung war bereitet.

Doch mit dem Frühling ist auch die Lust an der Expo wieder erwacht. Und das ist gut so. Endlich werden die Pläne für die große Party am 1. Juni geschmiedet, endlich gibt es frische Ideen für die Nationenpavillons jenseits der Abrissbirne, endlich gibt es eine Initiative für ein Expo-Museum am Kronsberg. Und durch den Finnischen Pavillon zieht wieder der Duft der Piroggen.

Diese Nachrichten, die die NP innerhalb einer Woche meldete, machen Mut, über mehr nachzudenken. Denn jenseits von Revival-Party und Pavillon-Restaurierung transportierte die Weltausstellung ja auch Ideen und Diskussionsansätze.

Der globale Dialog, der über fünf Monate Gestalt annahm, muss fortgesetzt werden - sowohl zwischen den Vordenkern aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft wie auch zwischen den normalen Menschen, die so ganz nebenbei auf der Expo Toleranz gegenüber dem Anderen und kulturelle Aufgeschlossenheit lernten.

Allerdings taugt das Ringen ums Expo-Erbe nicht für den kommenden Kommunalwahlkampf. OB Herbert Schmalstieg (SPD) und sein Herausforderer Clemens Stroetmann (CDU) versichern seit Wochen, geeignete Projekte zu unterstützen - Zählbares ist dabei aber nicht herausgekommen. Und die Grünen haben zwar ihren Spaß an der Funsporthalle der Expo entdeckt - aber keinerlei Anstalten gemacht, sie aus ihrem Winterquartier in einer Osnabrücker Lagerhalle zu holen und für Hannovers Jugend wieder aufzubauen.

Nein, die Politik scheint allenfalls Flankenschutz bieten zu können. Eine Initiative muss von anderer Seite kommen. Die Ingenieure und Architekten, die sich zum Expo-Service-Projektmanagement zusammengeschlossen haben und das Expo-Museum bauen wollen, haben es vorgemacht. Weitere denkbare Förderer der Expo-Idee könnten die Messe AG und die neue Marketing-Gesellschaft sein.

Deren Chef Busso von Alvensleben dürfte mittlerweile erkannt haben, dass das Prädikat Expo-Stadt immer noch zieht. Er kann ja die Stadtwerke fragen. Die haben ihre Pläne, das Expo-Café komplett in einem Enercity-Café aufgehen zu lassen, relativiert und betonen nun schon auf Plakaten, wie wichtig ihnen Expo-Flair am Kröpcke ist.

Nach dem Umbau des Cafés wird es nun weiterhin ein Stück Expo in der Innenstadt geben - wenige Meter entfernt vom künftigen "Platz der Weltausstellung". Zugleich sind Plaza und der Expo-Park am Kronsberg bald wieder einen Ausflug wert.

So gesehen kann der Sommer kommen. Frei nach dem Motto: Die Expo war ein teurer Spaß - aber der Spaß geht weiter.
VON HARALD JOHN, HANNOVER

 


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